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Das schädliche Geschwür der sexuellen und psychologischen Belästigung (Mobbing) ist heute im Staat Wallis besser bekannt und wird effizienter bekämpft. Die Kader, besonders die jüngeren Jahrgänge, zögern nicht, offen darüber zu sprechen. Und zu handeln. Aber der Kampf ist noch lange nicht gewonnen.
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"Global betrachtet ist man in öffentlichen Arbeitsstellen besser geschützt als in privaten"
Véronique Ducret, Sozialpsychologin
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Seit der Schaffung des Büros für Sozialberatung beim Staat Wallis im September 1999 verzeichnete man pro Jahr zwischen 10 und 15 erwiesene Mobbingfälle. Die Evolutionskurve ist flach, der Trend stabil. Es handelt sich aber nur um die sichtbare Spitze des Eisberges. "Gewisse Mobbingopfer verlassen ihre Arbeitsstelle, andere schweigen oder lassen es über sich ergehen.", hält die Verantwortliche des Büros, Monique Casal-Launaz, fest. 12 Fälle auf 3500 Angestellte, das sind 0.3%. Ein Verhältnis, das gemäss einer im Jahre 2002 vom Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) veröffentlichten Studie von den effektiv 2.4% am Arbeitsplatz in der Schweiz gemobbten Personen weit entfernt ist. Aber der Bericht des SECO selber hält fest: "Die genaue Zahl der Mobbingopfer lässt sich nicht feststellen." Zwischen jenen, die gemobbt werden und es nicht wissen, jenen, die es meinen aber nicht gemobbt werden, gerät die Statistik ins Schleudern.
Die eigenartige Wüste der sexuellen Belästigung. Ein erwiesener Fall in sieben Jahren. Wollte man den Zahlen glauben, wäre die sexuelle Belästigung beim Staat Wallis inexistent. Auch hier ist Vorsicht am Platz: "Die Frauen sprechen nicht, das ist eine allgemeine Tendenz", bedauert Monique Casal-Launaz. Die Arbeitspsychologin Véronique Ducret (siehe den gegenüberliegenden Link) ist gar nicht überrascht: "In den anderen Kantonen wäre es in etwa dasselbe. Die sexuelle Belästigung hat sich mit dem Begriff Mobbing vermischt." Und doch! Die im Januar 2008 veröffentlichte erste Untersuchung über die sexuelle Belästigung in der Schweiz ist beunruhigend: Eine Frau auf drei (28%) und ein Mann auf zehn sollen Opfer der sexuellen Belästigung an ihrem Arbeitsplatz sein. Mit anderen Worten: Man weiss, dass das Problem existiert, beim Staat Wallis wie anderswo, aber es bleibt im Dunkeln verborgen.
Die Anstrengungen des Kantons zur Bekämpfung der Belästigung sind real. Auf jeden Fall in der Theorie. Seit 1999 verfügt er über sehr klare Weisungen betreffend die sexuelle und psychologische Belästigung. Im gleichen Jahr erschien ein Flyer zum Thema, der noch heute verteilt wird. Das Büro für Sozialberatung und das Sekretariat für Gleichstellung und Familie beschäftigen sich täglich mit Information und Prävention.
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• Büro für Sozialberatung: Es ist nicht so leicht zu finden. Nach 30-minütigem, vergeblichem Suchen haben wir beschlossen, direkt ins Büro zu telefonieren, um zu erfahren, wo genau es sich befindet. Ein Projekt zur Einrichtung einer Internetsite auf www.vs.ch läuft.
Tel.: 027 606 21 15
Avenue Ritz 31, 1950 Sitten. E-Mail: consultation.sociale@admin.vs.ch Für Deutschsprachige:
Tel.: 027 606 21 16 Mail: sozialberatung@admin.vs.ch
Der Zugang zum Büro ist diskret und Verschwiegenheit wird zugesichert.
• Studie über das Mobbing aus dem Jahre 2002. Das vollständige Dokument im PDF-Format.
• Umfrage über die sexuelle Belästigung in der Schweiz, veröffentlicht im Januar 2008. Den Artikel im "Le Temps" lesen (auf Französisch).
• Allgemeine Information und Unterstützung.
• Mehr über die sexuelle Belästigung erfahren.
• Die Webseite von Stoppmobbing..(auf Französisch)
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"Das Büro trifft alle Angestellten der Kantons-verwaltung. Wir informieren sie darüber, dass es im Falle von Problemen wichtig ist, darüber zu sprechen, zu verhandeln, um zu vermeiden, dass das Unbehagen sich in einen zerstörerischen Konflikt verwandelt", erklärt Monique Casal-Launaz.
Die Verantwortliche des Sekretariats für Gleichstellung und Familie, Nicole Langenegger Roux, ergänzt: " Am Ende des letzten Jahres wurden wir vom Personal der Ausgleichskasse eingeladen. Wir ergreifen alle Gelegenheiten, um die Information zu vermitteln."
Diese intensive Arbeit scheint sich auszuzahlen. In sieben Jahren haben sich die Mentalitäten geändert. "Die Vorgesetzten sind sind sich ihrer Rolle im Rahmen der Personalführung bewusst. Sie wissen, dass sie im Falle von Konflikten im Büro für Sozialberatung Hilfe bekommen und angehört werden. Für sie ist das Vorgehen natürlicher. Vor allem für die jüngeren Jahrgänge. Die älteren empfinden den Gang ins Büro gelegentlich als Beschneidung ihrer Autonomie.
Natürlich könnte man es besser machen, Kampagnen lancieren, wie dies die Stadt Zürich als schweizerische Premiere gemacht hat. Breiter sensibilisieren. Es ist eine Frage des Willens, wie Véronique Ducret meint (siehe gegenüberliegenden Link). Und der Mittel.
Der Kanton hat die Mittel zur Bekämpfung in seinen Händen. Er hat soeben sogar ein neues Reglement verabschiedet: eines über den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Eine ständige Arbeitsgruppe wird für dessen Umsetzung sorgen (siehe Kasten). In Erwartung der konkreten Ergebnisse dieser Arbeiten lanciert die Verantwortliche des Büros für Sozialberatung einen Aufruf: "Wenn Sie Probleme haben, kommen Sie sofort und ohne Furcht zu uns. Je weiter der Prozess fortgeschritten ist, desto komplizierter wird es." Alle Angestellten können sich während ihrer Arbeitszeit an die Sozialberatung wenden. Alles ganz vertraulich. Die Beraterinnen begeben sich auch an irgendeinen Ort im Kanton.
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